Back to school – nur anders

Nach neun Wochen Abstinenz wegen Corona begann Mitte Mai wieder der Präsenzunterricht für alle Jahrgänge – jedoch ganz anders als gewohnt.

Für Teile der 5., 6. und 7. Klassen läutete der Wecker am 18.05.2020 wieder etwas Normalität ein, denn an diesem Montag durften sie endlich zurück in den Unterricht und ihre Freunde treffen. Von der ersten bis zur vierten Stunde gibt es jetzt in Kleingruppen – mit genügend Abstand und reichlich Hygienemaßnahmen – alle zwei Wochen „richtigen” Unterricht. Die Woche darauf ist der andere Teil der Klasse an der Reihe, während diese Gruppe Homeschooling macht.

So läuft es auch bei den Jahrgängen 8 bis E-Phase, nur dass diese Schülerinnen und Schüler weiterhin ausschlafen können, weil sie erst von der fünften bis zur achten Stunde in der Schule sind.

All diese Informationen erhielten wir eine Woche vor Schulstart mit dazugehöriger Gruppeneinteilung und Stundenplan. Unsere Schülersprecher veröffentlichten sogar ein Video mit allen wichtigen Verhaltens- und Hygieneregeln. Man konnte sich also langsam aber sicher darauf einstellen, unsere schöne Schule wieder von innen zu sehen.

Ich gebe zu, dass ich ein wenig aufgeregt war, als ich mich nach neun Wochen wieder auf den Weg in die Schule machte. Ich war gespannt, wie das alles wohl ablaufen wird und was auf mich zukommt. Einerseits war ich froh, ein wenig Alltag  zurückzubekommen, andererseits hatte sich die Routine beim Homeschooling gerade wunderbar eingependelt und ich hatte einen guten Rhythmus gefunden.

An der Schule angekommen war ich dann aber doch froh, mal wieder hier zu sein und wenigstens ein paar Klassenkameraden zu sehen, und wir hatten uns nach der langen Durststrecke natürlich viel zu erzählen – selbstverständlich mit ausreichend Abstand.

Die erste Stunde war „Bastelstunde“, denn wir mussten unsere Visiere zusammenpuzzeln. Das war eine erste kleine Herausforderung, ohne Witz, denn das ist schwieriger, als es aussieht. Zudem kann einem keiner unter die Arme greifen, weil Abstand gehalten werden muss. 

Allgemein kamen wir in den ersten Stunden zunächst mit den Lehrern ins Gespräch bezüglich unserer Erfahrungen im Homeschooling oder klärten Fragen, die zu Hause währenddessen aufgekommen waren. Mit Beginn des Unterrichts war fast alles wieder beim Alten, mit dem Unterschied, dass man hier und da eine Maske oder ein Visier trug, wesentlich kleinere Klassen hatte und weit auseinander saß. In dem einen oder anderen Fach verfolgte der Blick natürlich auch wieder den Zeiger der Uhr, wie vor Corona, weil man diese Fächer trotz Homeschooling immer noch nicht mochte. Somit war in bestimmten Fächern die Vorfreude schon gleich wieder verflogen. Eine etwas andere Erfahrung war ein Referat mit Maske oder Visier und reichlich Abstand, doch auch das stellte kein Problem dar, auch weil wir bereits im Homeschooling auf Distanz die Präsentation wunderbar vorbereiten konnten.

Und? Wie klappt das alles jetzt so?

Ich kann natürlich, wie bereits oben, nur aus meinen eigenen Erfahrungen berichten, doch ich habe den Eindruck, dass der größte Teil der Schülerinnen und Schüler sehr gewissenhaft und vorbildlich mit den Vorschriften umgeht. Jeder achtet auf den anderen und die Freude überwiegt, ein wenig Alltag zurückzubekommen und endlich mehr soziale Kontakte genießen zu können.

Persönlich finde ich die Lösung unserer Schule ideal und empfinde den Präsenzunterricht im zwei-Wochen Rhythmus als einen sehr guten. Wenn ich von anderen Schulen höre, die teils tageweise unterrichten, fühle ich mich in meiner Meinung nur bestätigt.

Es herrscht ein gutes und rücksichtsvolles Klima, weshalb endlich wieder ein bisschen Gemeinschaft gelebt werden kann und unser „altes Haus” ist leider noch nicht voll Musik, doch immerhin wird es wieder mit etwas Leben gefüllt – und bald kann es uns dann auch bestimmt unsere Lieder wieder zurückbringen!

Text: Leona Rößler, Ea

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