Jugend präsentiert – das Bundesfinale in Berlin
– Ein Bericht von Elisabeth Fischer-Dieskau, 9b –
Im Oktober 2026 habe ich am Bundesfinale von Jugend präsentiert teilgenommen, was meine zweite Teilnahme in Folge war.
So funktioniert es
Der Wettbewerb besteht aus drei Runden. Bei der ersten Runde muss man ein Video einreichen, das 5 Minuten lang ist und ein MINT-Thema behandelt. Ich habe bisher jedes Mal ein Mathe-Thema gehabt, weil ich Mathe liebe und meine Begeisterung dafür so gerne teilen möchte. Aber obwohl Mathe ein Fach ist, das bei der Anmeldung angeklickt werden kann, möchten die meisten Teilnehmer (oder auch Jury-Mitglieder, Lehrer, die Mathe-Traumata aus ihrer Schulzeit haben…) nicht wirklich gerne etwas mit Mathe zu tun haben…
Mein erstes Thema im vorherigen Wettbewerb war die Figurative Methode in der Mathematik, etwas, was sehr schön und einfach ist, und ungemein beim Verstehen und beim Lernen helfen kann, aber was hier in Deutschland in Mathe leider nicht unterrichtet wird.
2026 mit einem Spiel
In diesem Jahr habe ich mir das Dobble-Spiel angeschaut, eines meiner Lieblingsspiele, wie es aufgebaut ist, damit ich mir ein personalisiertes Dobble anfertigen kann.
Nach der ersten Video-Runde, bei der in diesem Jahr über 9500 Teilnehmer mitgemacht haben, haben sich ungefähr 600 für die Länderrunde qualifiziert. Bei uns in Hessen findet diese immer in Frankfurt statt und es ist toll, weil es auch ein Rahmenprogramm gibt. Man kann sich aussuchen, was man machen möchte. Letztes Jahr war ich im Senckenberg Museum dabei und dieses Jahr in der Experiminta.
Wenn man auch die zweite Runde besteht, bei der man seinen Vortrag vor einer Jury live halten muss, qualifiziert man sich zur Bundesrunde (in diesem Jahr waren es 145 Teilnehmer aus Deutschland und von Auslandsschulen).
Davor gibt es aber noch eine tolle Zwischenstation: die Präsentationsakademie. Letztes Jahr war ich in Heilbronn dabei, dieses Jahr in Heidelberg.
Die Deutsche Bahn ist schuld
Leider ist mir auf dem Weg nach Heidelberg etwas Schlimmes passiert. Der Zug aus Wiesbaden war ausgefallen, so hatte ich meinen Anschluss verpasst, dann kam der nächste ICE, in den ich am Flughafen umsteigen sollte, zu spät… .Ich war gestresst, nicht zu spät zu kommen, stürzte aus aus dem Zug raus und vergaß meinen Koffer drin. Ich war sehr traurig, denn ich hatte meinen Teddybären drinnen gehabt. Und der Koffer war einfach verschwunden.
Also habe ich angefangen zu suchen, zu schauen, wie wahrscheinlich es ist, dass ich ihn doch noch zurückholen kann, und so bin ich auf ein super spannendes Mathe-Thema gestoßen, das ich dann tatsächlich in meinem Vortrag präsentiert habe: den Satz von Bayes, eine Formel von 1763, die unsere Welt – als die Computer erschienen sind, die komplexe Rechnungen durchführen können – komplett revolutioniert hat. Es gäbe keinen medizinischen Diagnosetest ohne Bayes, keine Autokorrektur, keine Spamfilter, keine Serienempfehlungen, keine Kreditkartenbetrugerkennung und vieles mehr. Diese Formel half mir, anhand der Daten, die ich mit der KI aus den Statistiken der Deutschen Bahn und der ÖBB gewonnen habe, Hypothesen für die Verortung meines Koffers aufzustellen, und daran festzuhalten, selbst als die Meldungen der DB und der ÖBB das Gegenteil behaupteten.
Diese Formel hat nicht nur mir mit meinem Koffer geholfen. Sie hat nach zwei Jahren vergeblicher Suche das Bergen eines Flugzeugwracks von Airfrance möglich gemacht.
(Anmerkung der Redaktion: Wir hoffen, dass du deinen Koffer wiederbekommen hast!!!)
Nun aber wieder zurück zum Bundesfinale in Berlin
Hier haben wir als Rahmenprogramm eine „Hop on hop off-Tour“ gemacht und sind beim Brandenburger Tor ausgestiegen. Abends gab es immer Onstage, tolle Vorträge von ehemaligen Teilnehmern.
Mein Lieblingsmuseum in Berlin ist das Humboldtforum, es hat eine tolle Ausstellung über Berlin, bei der man mit einem elektronischen Armband abspeichern kann, durch welches Tor man in den nächsten Abschnitt geht, und jedes Tor steht für eine Einstellung, die man zu einem Thema haben kann (z.B. Konsum, Auf- oder Abrüstung etc.). In Berlin gibt es noch viel mehr zu entdecken – aber die Zeit ist leider immer zu kurz!
Viele neue Verbindungen
Ich kenne inzwischen viele Leute von JP, es ist ein tolles Netzwerk, in dem man auch später bei Fellows and Friends mitmachen kann. Ich treffe sogar Freunde von der Auslandsschule aus Bukarest!
Für die Zukunft würde ich mir zwei Dinge wünschen: dass die spannenden Mathe-Themen auch eine Chance bekommen. Und dass unsere Schule auch zu den JP-Schulen gehört. Darauf wäre ich sehr stolz.
(Anmerkung der Redaktion: Liebe Elisabeth, wir gratulieren dir zur diesjährigen Teilnahme und wünschen dir viel Erfolg im nächsten Jahr!)





