Leibnizschüler Jonas Ferel beim MEP auf Malta

Youth Resolutions. European Solutions.

Unter dem Motto “Youth Resolutions. European Solutions” stand das 51. internationale “Modell Europa Parlament” (MEP) in Malta, dem kleinsten Staat der EU, der in diesem Jahr erstmals ein internationales MEP ausrichtete.
Nach dem nationalen MEP im Januar 2019 in Berlin ging es für mich und nur vier weitere Schüler aus ganz Deutschland, nämlich aus Bremen, Berlin, Potsdam und Koblenz, in der Woche vom 9. bis zum 16. November 2019 zum internationalen MEP auf die kleine Insel im Mittelmeer: Eine Woche im Hotel in Malta, mitten im November, zusammen mit Schülern und Schülerinnen aus ganz Europa – das klingt verlockend und ist es auch! Neben gemeinsamen Abenden mit intensivem Austausch und interessanten Begegnungen, Stadtbesichtigungen und auch Freizeit, gab es natürlich auch einiges für uns als Delegierte zu tun.
In vielen Stunden intensiver Ausschussarbeit haben wir alle, jeder in seinem Ausschuss, zusammen mit je einem Delegierten aus einem EU-Land über zehn politisch brandaktuelle Themen diskutiert und auch Resolutionen, also Absichtserklärungen, aus Sicht der EU verfasst. In meinem Ausschuss ging es um den Handel mit der Türkei und wie die EU generell ihre Türkei-Beziehungen gestalten sollte.
Und ganz wie in der richtigen Politik sind auch bei diesem Planspiel die unterschiedlichsten Positionen bisweilen heftig aufeinandergetroffen, und zwar so, wie ich es nie erwartet hätte. In langen Diskussionen und auch hartem Ringen – natürlich auf Englisch – haben wir uns aber schließlich auf Kompromisse eingelassen und eine gemeinsame Linie gefunden – was den echten Politikern bei der Position zur Türkei ja manchmal noch sichtlich schwerfällt.
Jeder Ausschuss musste dann in einer Vollversammlung mit allen knapp 150 Delegierten zu seiner Resolution Rede und Antwort stehen und seine Forderungen verteidigen. Nach einer Rede für und gegen die Resolution am Ende, kam es schließlich zur Abstimmung, ob diese Resolution angenommen werden soll oder nicht. Bei unserem MEP wurden neun von zehn Resolutionen angenommen, was absoluter Rekord für ein internationales MEP ist! Unsere Resolutionen wurden dann auch im Anschluss an das Europaparlament und die EU-Kommission weitergeleitet, wo sie möglicherweise sogar Einfluss auf die tatsächliche Politik nehmen werden.
Abgesehen von den politischen Diskussionen war es eine unglaubliche Gelegenheit, einerseits Einblicke in die tatsächliche Politik zu bekommen – nicht zuletzt haben wir den heutigen Präsidenten Maltas, H.E. Dr. George Abela, den Parlamentspräsidenten Dr. Angelo Farrugia, einige Botschafter aus verschiedenen EU-Staaten und mehrere Europaparlament-Abgeordnete wie Josianne Cultajar und Miriam Dallo getroffen – und andererseits einer Vielzahl von Jugendlichen und Gleichaltrigen aus Europa zu begegnen.
Die Woche war für mich eine ganz tolle Erfahrung und hat mir und den anderen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht und tiefe Einsichten vermittelt. Vielleicht trifft man sich ja später mal als echter Politiker auf der internationalen Bühne wieder. Wer weiß.

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