Business@school – Digitaler Schulentscheid

Mit dem Marketing im Apple Style haben sie mich am Ende gekriegt“, gibt Viktor Szuecs von der Lufthansa zu. Überzeugt hat ihn und die sieben weiteren Jurymitglieder beim Schulwettbewerb Business@School das Team um Tizian Herz, Maximilian Gräff, Marc Görgens und Tufan Sayi und ihre Businessidee. In Zeiten von Corona, wo lebensbedrohliche Bilder zu Krisen nicht bloß über den Bildschirm ins heimische Wohnzimmer flattern, sondern auch unseren Lebensalltag gehörig einschränken, trifft Team 2 auf einen ganz besonderen Nerv. Die vier Jungs haben ein Konzept entwickelt, mit dem man nach jedem Einkauf, egal ob im Supermark oder dem kleinen Laden um die Ecke, Gutes tun und Geld spenden kann, indem man seine Karte scannt oder einfach mit dem Smartphone zahlt und so ganz unkompliziert durch Mikrotransaktionen einen Teil der Einkaufssumme zusätzlich spenden kann. „Der Wille zu helfen ist ja da“, betonen die Wettbewerbsteilnehmer, doch häufig fehle einfach die Zeit, sich angemessen zu informieren und die richtige Organisation zu finden, betonen die vier Krisenköpfe weiter, so dass es beim guten Vorsatz bliebe.

Ihr Konzept aber ermöglicht es schnell, unkompliziert und prompt zu helfen. Über das Jahr hinweg, so die Oberstufenschüler, komme eine Spendensumme zusammen, mit der etwas verändert werden könne – und dank der Anlage in festverzinste Greenbonds, einem jährlichen Mitgliedsbeitrag sowie einem einmalig anfallenden Euro beim Erwerb ihrer Karte geline es, so die innovativen Denker unisono, 100% der Spendensumme an die Projekte zu geben.

Was Krise und Ausnahmesituation bedeuten haben die drei Teams, die ihre Geschäftsidee beim Schulentscheid ins Rennen schickten, am eigenen Leib erfahren können. Die Schule ist geschlossen und persönliche Freiheiten sind in bisher nie dagewesener Weise eingeschränkt. So muss auch der Schulentscheid, der eigentlich im würdevollen Rahmen der Aula hätte stattfinden sollen, spontan anders aufgezogen werden.

Dass der so reibungslos geklappt hat und die Leibnizschule die erste Schule deutschlandweit ist, die den Entscheid digital durchgeführt hat, verdanken die Wettbewerbsteilnehmer auch dem Organisationstalent von Lehrerin Julia Wagner. Per Videokonferenz kamen Jury, Schülerteams und Schülercoaches zusammen – revolutionär in dieser Vorgehensweise. So galt es die Jury genauso zu überzeugen, wie auch in der persönlichen Begegnung und Präsentation.

Trotz der erhöhter Aufregung und der ungewohnter Kommunikationsform aber präsentierten die konkurrierenden Teams ihre Idee souverän und kompetent – von hohem Puls und Angespanntheit war hier nichts zu spüren.

Auch die Fragerunde, bei der die Jurymitglieder den Teilnehmern noch einmal auf den Zahn fühlten, meisterten die drei Teams mit Bravour. Wer die tollen Geschäftsideen kennt – der weiß, dass die Jury eine wenig dankbare Aufgabe hatte, als es hieß, die Sieger zu küren, die unsere Schule beim landesweiten Entscheid am 4. Mai 2020 vertreten dürfen. 25 Minuten berieten die acht Köpfe sich dann zwar nicht hinter verschlossenen Türen, aber doch im geschützten Raum, einigte sich am Ende auf die Geschäftsidee, deren „Businessplan doch tiefgründiger und durchdachter“ gewesen ist und deren Finanzen besser errechnet worden seien, so das Expertenurteil.

Julia Wagner, die die Wettbewerbsteilnehmer auf diesem Weg begleitet hat, zeigt sich von allen Ideen begeistert und betont:„Eine solarbetriebene Zahnbürste, wie sie vom Team um May Brühmüller, Fatma Gürel, Walid Al-Ahdab und Renata Valiullina ausgeklügelt wurde, hätte ich auf alle Fälle gekauft“.

Wer hingegen in Zeiten von „Social Distancing“ in den eigenen vier Wänden werkelt, renoviert, aussortiert und neu einrichtet, der träumt vielleicht von der Idee von Paul Vorderbrügge, Kevin Namini, Marion Dohnalek, Laura Edelhoff und Malte Möller. Mit ihrer App kann man live Gegenstände in seiner Umgebung platzieren und schon vor dem Kauf online im Zimmer anschauen und vielleicht sogar verwerfen.

Bleibt zu hoffen, dass diese Spitzenideen nicht im Sande verlaufen und dass „Gewinnerteam 2“ seinen Businessplan weiter perfektionieren kann. Setzen kann es dabei nicht nur auf die Hilfe und Unterstützung von Julia Wagner, sondern auch auf Sebastian Doetsch und Benjamin Brück von der Boston Consulting Group und weiteren erfahrenen Vertretern aus der Wirtschaft. Bei Telefonkonferenzen besprechen sie den aktuellen Stand der Idee und erhalten Tipps von den zahlreichen Profis. In knapp drei Wochen dann geht es in die nächste Runde auf Hessenebene – und dann – mit der nötigen Portion Glück – geht es dann zum Finale nach München. Wir drücken die Daumen!

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