Straßburg-Exkursion: PoWi-LKS im Dialog mit der Weltpolitik
Eine Exkursion, die tiefer in die Weltpolitik blickte als jedes Schulbuch: Die PoWi-Leistungskurse der Q2 und Q4 besuchten im Januar 2026 das Europäische Parlament. Im Gespräch mit dem Außenpolitik-Experten Michael Gahler (EVP) diskutierten die Schüler die drohenden Brüche in der Weltordnung.
Die „Finanz-Waffe“ gegen Trump
Besonders die Rückkehr Donald Trumps und seine protektionistische Agenda sorgten für Gesprächsstoff. Gahler mahnte zur Besonnenheit, brachte aber eine scharfe wirtschaftliche Gegenmaßnahme ins Spiel: den gezielten Verkauf amerikanischer Staatsanleihen durch die EU. Besonders provokant war dabei Gahlers Einschätzung der Folgen: Er behauptete, dass ein solcher Schritt nahezu ausschließlich die US-Wirtschaft hart treffen würde, während die EU die daraus resultierenden Turbulenzen weitestgehend abfedern könne. Es sei ein notwendiges Druckmittel, um Washington die Kosten seiner Zollpolitik vor Augen zu führen. Ein radikaler Ansatz, der im Kurs für hitzige Diskussionen über die Stabilität des globalen Finanzsystems und die Rolle der USA als Partner sorgte.
Brennpunkt Syrien und die Lage in Rojava
Das Gespräch schlug schnell die Brücke zur Lage in Syrien und der aktuellen Asylpolitik. Gahler betonte, dass die Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes instabil bleibe und der Schutz von Minderheiten oberste Priorität haben müsse.
Dies wurde beim anschließenden Besuch der Plenarsitzung greifbar: Der LK verfolgte von der Tribüne aus eine Debatte über die Reaktion der EU auf die Lage in Rojava. Angesichts der Bedrohung der kurdischen Gebiete durch neue militärische Allianzen ringt das Parlament um eine geschlossene Strategie. Für die Schüler wurde deutlich: Das Schicksal der Kurden in Syrien ist heute mehr denn je ein Prüfstein für die moralische Handlungsfähigkeit Europas in einer Welt, die zunehmend von harten Machtinteressen geleitet wird.
Amin Tajjiou



